tl_files/jkProjekte/curtain call/z_PB_curtain call.jpgcurtain call, 2010-11
365-Tage-Transmedia-Echtzeitinstallation für die kunstbar
Chargesheimerplatz 1, 50667 Köln

18.09.2010 bis 17.09.2011

2 Computer, 4 Beamer, 4-spuriger-Ton
3 Projektionen:
20 x 4 m, 15 x 2 m, 1,5 x 0,9 m

realisiert mit freundlicher Unterstützung von:
Paolo Campi, VELTINS, fritz-kola und goldsofi

 

Die Abbildungen zeigen:

• 3 Raumansichten der kunstbar

• den Grundriss der kunstbar.
Die roten Bereiche sind die Projektionsflächen.
Gesamt misst der Raum ca. 30 x max. 5 Meter.

• Raumansichten der Projektionen

• stills der Projektionen

 

aus der Presseinformation:

curtain call

Paolo Campis Konzept, die Gestaltung der kunstbar für die Dauer eines Jahres einem Künstler zu überlassen, erfährt mit der Transmedia-Echtzeitinstallation curtain call von joeressen+kessner eine neue Ausdeutung: keine neuen Leinwände, Fotos, Möbel, keine physischen Dinge irgendwelcher Art, werden in den Ort eingebracht, sondern die Kunstbar erhält ab dem 18. September eine raum-zeitliche Erweiterung aus Licht und Klang, die sich dynamisch in den vorhandenen Raum einpasst.

curtain call setzt bei den kulturellen, stadträumlichen, architektonischen und innnarchitektonischen Besonderheiten der kunstbar an, wobei die räumliche Lage im Kölner Stadtgefüge gerade zu sinnstiftend für curtain call wurde:

Die kunstbar, in der in üppig buntem, collageartig zusammengefügtem Interiordesign vom Abend bis in den frühen Morgen getrunken, geraucht, gelacht, getanzt und geliebt werden kann, ist Teil der Domplatte, ja schmiegt sich nahezu unter das Symbol und Wahrzeichen der Stadt Köln. Die kunstbar ist dabei das gerade Gegenteil zum Dom: klein versus groß, unbedeutend--bedeutend, Ort der Sinnlichkeit--Ort der Besinnung, Chaos--Ordnung, zeitgeistig--ewig, um nur einige der möglichen Gegensatzpaare zu nennen. Aber diese 'crypta colonia' ist keine Parallelwelt oder Gegenwelt, sondern eine Facette jenes sinnentrunkenen Teils des apollinisch-dionysischen Diptychons, das nicht nur die Stadt Köln seit Jahrtausenden zelibriert.

curtain call greift das dionysische Prinzip auf: Vorhandenes - die Farben, Muster, Raumstrukturen, -an und -aussichten etc. - wird verlebendigt, potenziert, dynamisiert. In dem die Potentiale aber sichtbar und erlebbar sind, kommt es nicht etwa zum Showdown, sondern schlägt curtain call den großen Bogen hin zum Apollinischen.

Konkret: Grundlage von curtain call sind Fotos aus dem aktuellen Bestand der kunstbar. Sie sind das Material für ein sich ständig neu erfindendes Bildsystem, das sie dehnt und staucht, zersplittert, neu zusammen und in Bewegung versetzt. Ähnliche Fotos werden kombiniert, fremde miteinander konfrontiert oder kontrapunktisch komponiert. Sichtbar wird dieser raum-zeitliche Bildertanz durch mehrere Projektionen in unterschiedliche Raumsituationen der kunstbar. Textur und Struktur der Projektionsflächen, die aus Vorhängen bestehen, überformen die empfangenen Bilder zusätzlich, auf ihre je eigene Art.

Die Bild-Abläufe sind mit Klängen verzahnt, wobei Bild und Klang mit einander rückgekoppelt sind, BildKlang bedingt und KlangBild steuert.

Das klangliche Material und die zeitliche Struktur von curtain call speist sich aus der Musik, die gerade in der Kunstbar zu hören ist.

curtain call wird in Echtzeit durch ein von joeressen+kessner für die Kunstbar entwickeltes Computerprogramm realisiert. Parameter, Regeln, Verknüpfungen und Grenzen sind gesetzt, die konkrete Gestalt aber ist flüchtig und wird in ihrer augenblicklichen Form nie wieder entstehen.

 

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